Biodynamischer Korrekturanzug

Biodynamischer Korrekturanzug
©Internationale Rehabilitationsklinik

Vermutlich stammt die Idee des biodynamischer Korrekturanzug aus der Raumfahrt.

Weil nach einer Methode gesucht wurde, um den negativen Auswirkungen der Schwerelosigkeit im All auf den Bewegungsapparat (Muskelabbau) entgegenzuwirken, wurde der erste Anzug in den 1970er-Jahren entwickelt.

Da diese Anzüge in den 1990er-Jahren auch dafür eingesetzt werden sollten, um Patienten mit Infantiler Zerebralparese zu behandeln, wurde der Anzug modifiziert und als „Adeli-Anzug“ bekannt.

Schließlich wurde von der Internationalen Rehabilitationsklinik dieser Anzug weiterentwickelt und weist einige Unterschiede zum Adeli-Anzug auf.  

Der Korrekturanzug der Internationalen Rehabilitationsklinik wird aus speziellem, elastischem Stoff gefertigt und besteht aus Jacke, Shorts, Knieschützer, Halbhandschuhen und Stiefeln.

Harte Teile fehlen völlig. Dadurch vergrößert sich die Stützkraft des Anzugs. Weil die Klettbänder an jeder beliebigen Stelle angebracht werden können, bietet dieser Anzug mehr Übungsmöglichkeiten beim Einsatz des Anzugs in der Krankengymnastik.

Der Korrekturanzug stimuliert das propriozeptive System. Dieses System ist für die  Wahrnehmung der Position von Gelenken und von Bewegungen der Gelenke und Muskeln zuständig. Es leitet die Spannung des Skeletts, der Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke und die Lage der Gelenke zueinander über das Rückenmark an das Gehirn weiter. Dies geschieht normalerweise unbewusst.

Hier setzt der biodynamische Korrekturanzug an.

Nur durch ein intaktes kinästhetisches System wird Empfinden, Planen, Steuern, Regulieren und Kontrollieren von Bewegungen und richtige Kraftdosierung möglich. Das betrifft vor allem unbewusste erlernte Bewegungen, z.B. Essen, Gehen, Anziehen.

Störungen des kinästhetischen Systems werden u. a. durch Krankheiten oder Verletzungen hervorgerufen. Dann entstehen Koordinationsschwierigkeiten und Störungen in der Körperwahrnehmung und bei der Handlungsplanung und -Durchführung (Dyspraxie).

Behandlungsziele der Therapie mit dem biodynamischen Korrekturanzug:

Der Biodynamische Korrekturanzug verstärkt die Wirkung der Krankengymnastik, da sich die Bewegungsabläufe stärker einprägen.

Das führt zu einer Stärkung und Normalisierung der Nervenimpulse, die von den Muskeln und Gelenken gesendet werden. Zentrale Hirnstrukturen, die für Bewegungen verantwortlich sind, werden aktiviert, pathologische Reflexe werden gelindert und neue physiologische Bewegungsmuster angebahnt.

Kosten:

Eine Behandlung mit dem biodynamischen Korrekturanzug wird vor Ort vom behandelnden Arzt verschrieben.

Eine Behandlungsstunde kostet 70,00 Euro.

Krankengymnastik

Krankengymnastik
©Internationale Rehabilitationsklinik

Grundlage der speziellen Krankengymnastik (neurophysiologische Rehabilitation) sind die klassischen Prinzipien der Kinesiotherapie. Diese werden von Patient zu Patient individuell variiert.

Krankengymnastik
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Dabei werden die Bewegungsmöglichkeiten des Patienten etappenweise aktiviert.

Dadurch werden neue, optimalere Bewegungsmuster aufgebaut und die Koordination verbessert.

Krankengymnastik
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Außerdem werden die Gelenke aktiv und passiv bis zur physiologischen Grenze geführt und in Anzahl der Wiederholungen, Geschwindigkeit und Genauigkeit der Ausführung täglich gesteigert.

In der Krankengymnastik werden allmählich Übungen zur Verminderung der Stützfläche und zur Entwicklung des räumlichen Körpergefühls angewendet.

Krankengymnastik
© Internationale Rehabilitationsklinik

Vor allem bei Patienten mit Athetosen werden spezielle Atemübungen eingesetzt. Dadurch wird das Erlernen der physiologischen Atemfunktion unterstützt.

Dadurch wird der gesamte Organismus besser mit Sauerstoff versorgt.

spielerische Unterstützung der Krankengymnastik:

Weil es für Kinder wichtig ist, auch Spaß zu haben, werden Wii- und Xbox-Spiele und spezielle, im Rehabilitationszentrum entwickelte Computerspiele eingesetzt.

Krankengymnastik
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Mobilisierung der Gelenke

Gelenktherapie
©Internationale Rehabilitationsklinik

Durch die Gelenktherapie sollen die versteiften Gelenke durch eine modifizierte neurophysiologische Korrektur so mobilisiert werden, dass sich ihre Beweglichkeit nachhaltig verbessert.

Durch die funktionelle Blockade der Gelenke unterschiedlichen Ausmaßes kommt es zu einer Versteifung der Gelenke und darüberhinaus der umliegenden Strukturen (Muskeln, Sehnen, Bänder). So entstehen eine Atrophie und Verkürzung der Muskulatur, Kontrakturen und Störungen der Trophik (Durchblutung etc.). Die Beweglichkeit wird weiter eingeschränkt und eine „normale“, physiologische Stellung und Bewegung des Körpers ist nicht mehr möglich.

Zunächst werden die großen Gelenke, dann die jeweils kleineren behandelt (z.B. Hüft-, Knie- und Fußgelenke). Das Gelenk wird innerhalb seines physiologischen Bewegungsradius aus der Neutral-O-Stellung (Normalstellung) heraus passiv durchbewegt. Diese Bewegung wird durch Zug und Druck auf Gelenk und Muskulatur unterstützt, wodurch sich zusätzlich der Bewegungsumfang erweitert. Ebenso werden größere Gelenke durch schlagartige Impulse auf die Gelenkspalten, kleinere Gelenke durch sehr schnell aufeinanderfolgende Bewegungen (Fibrillationen) gelockert.

Im Verlaufe der Behandlung wird die Intensität der Manipulationen gesteigert.

Behandlungsziele der Gelenktherapie:

Es kommt zu einer optimalen Ernährung der Gelenke bis hin zu Wachstumsschüben. Das Bewegungsvolumen der Gelenke wird erweitert, Muskulatur und Bandapparat gedehnt sowie Kontrakturen, Durchblutung und Lymphfluss verbessert.

Wirbelsäulendeblockierung

Manualtherapie
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Durch Blockadeauflösung auf Wirbelsäulenebene soll ein neuer funktioneller Zustand des gesamten Organismus geschaffen werden. Dadurch können neue Bewegungsmuster erlernt werden. Herzstück ist eine speziell entwickelte Manualtherapie in Form von gleichzeitiger, mehrere Abschnitte einbeziehender Mobilisierung der blockierten Wirbelsäulensegmente. Es wird im Lendenwirbelsäulenbereich begonnen, danach wird die Brustwirbelsäule behandelt und schließlich die Halswirbelsäule deblockiert.

Im Gegensatz zu der Rotation bei der klassischen manuellen Therapie, die immer nach vorn erfolgt, liegt das Prinzip dieser Methode in der Rotation nach hinten über die Spina iliaca anterior superior.

Auf diese Weise wird die gesamte Wirbelsäule in die Therapie der Blockadeauflösung einbezogen. Als letztes erfolgt die intensive Mobilisierung der Halswirbelsäule. Auch hier werden mehrere Segmente mit einer speziellen plötzlichen Kopfdrehung deblockiert. Diese Deblockierung erfolgt 12 Tage lang täglich einmal.

Behandlungsziele der Manualtherapie:

Es wird ein völlig neuer funktioneller Zustand des Organismus geschaffen. Sowohl auf horizontaler (Wirbelsäulenebene) als auch auf vertikaler Ebene (Gehirn und Rückenmarksbahnen) werden Spastik und Kontrakturen gelöst, Durchblutung und Stoffwechsel verbessert und pathologische Reflexmuster durchbrochen.